Rente in Sicht – Und jetzt?

Eine meiner längsten Kundinnen heißt Renata und ist 66 Jahre alt. Als wir vor zwei Jahren anfingen, zusammen zu arbeiten, sagte sie zu mir: “Anna-Theresa, nur noch ein par Jahre und dann gehe ich in Rente. Und dann werde ich zusammen mit meiner Witwenrente nicht mehr als 1000,- im Monat zur Verfügung haben. Wie soll das bitte gehen?!”

Renata arbeitet im sozialen Bereich und war schon als wir uns trafen sicher, dass sie es körperlich und mental nicht länger in ihrem Bereich schaffen wird. Sie wusste also nicht nur, dass die Zukunftsaussichten nicht rosig für sie werden würden, sondern auch, dass sie nicht in ihrem Bereich würde bleiben können, um sich nach dem Renteneintritt noch etwas dazuzuverdienen. Das macht natürlich Angst. Anstatt aber den Kopf in den Sand zu stecken und das Unvermeidbare noch viel länger zu verdrängen, wagte sie die Flucht nach vorn.

In der ersten Sitzung starteten wir mit einer Achtsamkeitsübung, um erstmal die Nervosität zu bändigen, um dann – in Ruhe – eine Bestandsaufnahme ihrer finanziellen Lage zu machen. Wie ist die Einkommenssituation? Gibt es Schulden oder Vermögen? Welche Wünsche und Ziele möchte sie noch verwirklichen? Es stellte sich heraus, dass Renata ein relativ gutes Einkommen hatte, aber sie hatte einfach keinen Überblick über Ausgaben. Ein Haushaltsbuch hatte sie bisher nicht geführt. Wo geht das nur Geld hin?, fragte sie sich. Nachdem wir uns den Überblick verschafft hatten, wurde schnell klar, welche Punkte wir zuerst angehen mussten

In der Tiefenanalyse bekam Renata ein gutes Auge dafür, wie ihre Einnahmen und Ausgaben verteilt waren und wo man als erstes mögliche Einsparungen machen könnte. Allein zu sehen, welcher Betrag tatsächlich am Ende des Monats übrig blieb, gab Renata so viel Klarheit, dass sie daraus in kürzester Zeit selbstbewusst Fragen stellte und Entscheidungen traf. Das liebe ich am meisten am meinem Beruf. Zu sehen, wie sich Selbstsicherheit und Zuversicht bei meinen Kundinnen breit macht.

Seitdem arbeiten Renata und ich in regelmäßigen Abständen an ihrer Finanzplanung. Sie ist viel unterwegs, reist in ihre Heimat und hat eine langersehnte Weiterbildung abgeschlossen und – haltet euch fest – möchte sich nebenbei selbstständig machen, um sich zum Rentenantritt etwas dazu zu verdienen und beruflich endlich ihr eigenes Ding zu machen!

Ich bin unglaublich stolz darauf, wie sich Renata seit unserer gemeinsamen Zusammenarbeit entwickelt hat. Sie hat in dem Bewusstsein, dass die Rente für sie nicht ausreichen wird, einen Neustart gewagt und für sich entschieden, wie sie die nächsten Jahre verbringen möchte, mit dem was sie zur Verfügung hat, finanziell, körperlich und mental. Das verdient vollsten Respekt und großen Applaus.

Gehst Du auch langsam auf das Renteneintrittsalter zu? Weißt Du bereits, was Dich erwartet? Oder versuchst Du diesen Punkt in Deiner Zukunft noch gekonnt zu verdrängen? Schuld- und Schamgefühle sind hier nicht angebracht. Versuche Dich lieber mit Deiner aktuellen Situation zu beschäftigen um dann auch einen Schritt nach vorn zu wagen.

Am 18.10. gebe ich im Familienzentrum der Nachbarschaftshilfe Garching einen Workshop. Was Dich erwartet:

  • Austausch mit anderen Frauen, die sich ähnliche Fragen stellen: Wo stehe ich – und wie geht es mir mit dem Thema Geld?
  • Impulse zu finanzieller Sicherheit und Resilienz: Was brauche ich, um mich gut auf die neue Lebensphase vorzubereiten?
  • Orientierung und Ermutigung: Du musst nicht alle Antworten haben – aber du kannst den ersten Schritt machen

Melde Dich zum Workshop an

Auf der Seite vom Familienzentrum der Nachbarschaftshilfe Garching kannst Du Dich für den Workshop anmelden.

Datum: 18.10.2025 von 11:00-12:30 Uhr

Adresse: Familienzentrum Garching, Telschowstr. 5
Gebühr: 5,00 €
Plätze: 20
Barrierefrei: ja