Nicht alle wissen, was ein Tagesgeldkonto ist
Ich habe vor einigen Wochen einen Workshop in einer Kirchengemeinde gegeben. Mit den Teilnehmerinnen sprach ich über Wege, wie wir unser finanzielles Wohlbefinden stärken können. Als Beispiel fiel das Thema Ersparnisse und wie man am besten auch später damit beginnt, für sich und seine Familie Geld zurückzulegen. Viele haben das Wort “Tagesgeldkonto” schon einmal gehört. Aber was genau bedeutet es eigentlich? Und wofür ist es gedacht? In meinen Workshops erlebe ich, dass solche Finanzbegriffe bekannt sind, aber die Konzepte dahinter ist nicht jedem klar. Deshalb gibt es für euch hier die Grundlagen – verständlich und unkompliziert.
Was ist ein Tagesgeldkonto?
Ein Tagesgeldkonto ist ein Bankkonto, auf dem Geld flexibel parken kannst. Das heißt, Du kannst dort Geld einzahlen und jederzeit wieder zurückholen. Das Geld, das Du dort parkst, leiht sich die Bank aus. Zum Beispiel um Kredite an andere Menschen oder Unternehmen zu vergeben. Dafür bekommst Du eine kleine Entschädigung. Diese Entschädigung nennt man Zinsen.
Wofür ist ein Tagesgeldkonto gedacht?
Ein Tagesgeldkonto ist nicht für den Alltag gedacht. Du bezahlst damit keine Rechnungen und gehst damit nicht einkaufen. Dafür hast Du ein Girokonto. Ein Tagesgeldkonto ist dafür gedacht, um:
- Geld sicher aufzubewahren
- einen Notgroschen (Notfallgeld) zu haben
- Geld anzusparen oder zwischenzuparken
Du kannst jederzeit auf Dein Geld zugreifen. Es gibt keine feste Laufzeit.
Wie funktionieren die Zinsen?
Wenn Du Geld auf Dein Tagesgeldkonto legst, bekommst Du einen bestimmten Prozentsatz pro Jahr. Hier ein Beispiel:
Wenn Du 1000€ zur Seite legen willst und die Bank 2% Zinsen anbietet, bekommst Du für Dein Geld 20€ pro Jahr. Die Bank gibt die Zinsen auf Dein Konto. Das bedeutet, Du hast nach einem Jahr 1020€ auf Deinem Konto, beziehungsweise 1020€ minus die Steuern die Du dafür an den Staat abgeben musst. Die werden nämlich in der Regel automatisch vom Konto abgezogen. Diese Steuern heißen Kapitalertragssteuer und Solidaritätszuschlag.
Wichtig: Der Zinssatz kann sich ändern. Die Bank darf ihn erhöhen oder senken, aber nicht in dem Zeitraum in dem sie dir eine sogenannte Zinsgarantie verspricht.
Ist mein Geld auf der Bank sicher?
In der Europäischen Union gilt die gesetzliche Einlagensicherung. Das bedeutet, dass bis zu 100.000€ pro Person pro Bank geschützt sind. Wenn die Bank insolvent wird, ist Dein Geld bis zu dieser Grenze abgesichert.
Was ist der Unterschied zwischen Tagesgeld und Festgeld?
Beim Tagesgeld kommst Du zu jeder Zeit an Dein Geld ran. Der Zinssatz kann sich aber nach einer bestimmten, von der Bank angekündigten Zeit ändern, z.B. nach 6 Monaten.
Beim Festgeldkonto legst Du Dein Geld für eine feste Zeit an, zum Beispiel für 5 Jahre. Hier aber ist der Zinssatz meistens fest, das heißt er ändert sich in dieser Zeit nicht.
Wann ist ein Tagesgeldkonto sinnvoll?
Ein Tagesgeldkonto ist eine gute Wahl, wenn Du:
- einen Notgroschen ansparen willst
- das Geld bald wieder brauchst
- Wenn Du kein großes Risiko eingehen möchtest.
Es ist aber nicht dafür gedacht, langfristig viel Vermögen aufzubauen. Dafür gibt es andere Möglichkeiten, zum Beispiel das Geld strategisch in Immobilien, Anlagen und andere Wertpapiere zu investieren.
Wichtiger Hinweis:
Ich bin keine Finanzanlagenberaterin und empfehle keine Anlageprodukte oder Banken. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information.
Fazit
Ein Tagesgeldkonto ist ein einfacher und sicherer Ort, Ersparnisse zu parken. Durch das (regelmäßige) Zurücklegen auf ein Tagesgelkonto für Krisenzeiten zum Beispiel, reduzierst Du Unsicherheit und schaffst Struktur – was ein sehr guter erster Schritt in die finanzielle Eigenständigkeit sein kann.
Im nächsten Artikel erfährst Du, welche Kriterien dur dabei helfen können, ein Tagesgeldkonto auszuwählen und wie Du es bei einer Bank eröffnen kannst.
