Wenn das Leben dazwischenkommt…

…und warum das kein Ausnahmezustand ist.

Eigentlich wollte ich ganz bewusst in die zweite Jahreshälfte starten – mit einem Rückblick, etwas Klarheit, vielleicht sogar ein bisschen Ruhe.

Und dann kam das Leben dazwischen.

Plötzlich hatte ich das Gefühl, gezogen zu werden – von einer administrativen Aufgabe zur nächsten, um die ich gar nicht gebeten hatte und die einfach nur Zeit und Energie kosteten. Frühere Entscheidungen holen mich gerade ein. Ich muss sie neu verhandeln, mich fragen: Wovon kann ich mich lösen? Was kann ich einfacher gestalten? Wo bringe ich mir mehr Freiheit zurück?

Vielleicht kennst Du dieses Gezogen-Werden auch, nur in einer anderen Form. Das Finanzamt, das plötzlich genauer hinschaut und Belege verlangt, die Du erst zusammensuchen musst. Ein Antrag, der nicht durchgeht, und jetzt musst Du nachreichen, erklären, warten. Die Krankenkasse, die aus irgendeinem Grund die Beiträge erhöht, und plötzlich verbringst Du Deine Mittagspausen in der Warteschleife. Oder die Sommerferien, die vor der Tür stehen, während zwischen Schulveranstaltung und nächster Aufgabe kaum Zeit bleibt für das, was eigentlich wichtig wäre.

Verschiedene Situationen, ein und dasselbe Gefühl: als würde man nie ganz ankommen, weil schon die nächste Sache wartet. Als würde das eigene Leben gerade von außen bestimmt, statt von innen.

Und wo fängt man da überhaupt an?

Genau da, glaube ich, hilft Coaching am meisten – nicht erst dann, wenn schon alles vorbereitet, sortiert und aufgeräumt ist, sondern mittendrin, im Wirbelwind. Du musst nicht wissen, wo Du anfangen willst. Manchmal geht es zuerst darum, wieder einen Überblick zu bekommen, aufzuräumen, was sich angesammelt hat. Manchmal reicht es, einfach mal alles auszusprechen, was bisher nur mietfrei im Kopf gewohnt hat.

Ein Termin bedeutet dabei nicht automatisch, Energie für ein neues großes Thema aufbringen zu müssen. Oft geht es eher darum, Knoten zu lösen, Dinge zu klären, Motivation für den ersten Schritt zu finden. Herauszufinden, was Du in dieser Zeit loslassen oder nach hinten schieben kannst – und was wirklich Priorität hat. Manchmal reicht es, einmal mit einer unparteiischen Person darüber zu sprechen. Das kann Berge versetzen.

Vielleicht magst Du kurz innehalten und Dich fragen:

Fühle ich mich gerade blockiert?
Was steht eigentlich alles auf meiner Kopf-Liste – wenn ich sie einmal aufschreiben würde?
Was ist davon gerade wirklich das Wichtigste?
Wie würde es sich anfühlen, einmal laut darüber zu sprechen?